Vermögen übertragen aber wie?

In Gesprächen höre ich immer wieder, dass viele Menschen nach Gestaltungsmöglichkeiten für die Vermögensübertragung suchen. Auch kann Vermögen bereits schon zu Lebzeiten außerhalb eines Testamentes übertragen werden. Die bekannteste Form dafür ist die Schenkung. Individuelle Lösungsansätze werden Ihnen im Rahmen der Gernerationen Beratung aufgezeigt.

Gesetzliche Erbfolge

Grundsätzlich gilt, liegt im Erbfall keine wirksame Verfügung vor, tritt die gesetzliche Erbfolge ein, die im deutschen Erbrecht gesetzlich geregelt ist. Entscheiden Sie selbst, wem Sie Ihr Vermögen übertragen möchten, denn nur wer zu Lebzeiten in einem Testament oder Erbvertrag seinen  letzten Willen regelt, kann verhindern, dass das Vermögen entsprechend der gesetzlichen Erbfolge aufgeteilt wird. Bevor Sie ein Testament oder Erbvertrag errichten empfehle ich Ihnen grundsätzlich, sich bei einem Fachanwalt für Erbrecht, einem Notar und ggf. auch bei einem Steuerberater beraten zu lassen.

Privates Testament

Wer sein Testament selbst erstellen will, muss das handschriftlich machen. Da die Gerichte maschinell erstellte Dokumente oder Vordrucke, z. B. aus dem Internet nicht anerkennen, sind diese ungültig. Der Verfasser identifziert sich mit seiner Handschrift. Das Dokument muss als Testament klar erkennbar und z. B. mit der Überschrift „Testament „ oder „Mein letzter Wille“ versehen sein. Außerdem ist Ort, Datum und persönliche Unterschrift zwingend erforderlich.

Berliner Testament

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Testament ist bei vielen Ehepaaren groß, denn Ehegatten, bzw. Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft können ein gemeinsames Testament erstellen. In diesem, auch als Berliner Testament bekannt, setzten sich die Ehepartner gegenseitig als Alleinerben nach dem Tod des Erstverstorbenen ein. Haben sich die Ehegatten beim Tode des Erstverstorbenen gegenseitig als Alleinerben eingesetzt und verfügt, dass beim Tode des Zweitversterbenden der Nachlass an die gemeinsame Kinder fallen soll, so kann der Längstlebende seine Verfügung zu Gunsten der Kinder nach dem Tod des Erstverstorbenen nicht mehr widerrufen. Verfügungen unter Lebenden sind davon grundsätzlich nicht betroffen. Seit Generationen ist das „Berliner Testament“ sehr beliebt und wird am häufigsten gewählt. Leider sind den Betroffenen die damit verbundenen Nachteile oft nicht bekannt. Hier ist der fachkundige Rat eines Rechtsanwaltes oder Notars gefragt.

Öffentliches Testament

Das „öffentliche Testament“ ist ein notarielles Testament, d. h. es wird von einem Notar errichtet. Im Vorfeld hat sich eine umfassende Beratung durch einen Fachanwalt oder Notar bewährt. Hier erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen und individuelle Lösungen aufgezeigt. Insbesondere Geschiedenen mit Kindern, Personen in losen Lebenspartnerschaften oder sogenannte Patchwork-Familien sollten Regelungen nach juristischem Rat treffen. Seit 1. Januar 2012 wird das öffentliche Testament im zentralen Testamentsregister eingetragen.

Erbvertrag

Mit einem Erbvertrag können Sie bereits zu Lebzeiten verbindlich bestimmen, wie die Verteilung der Vermögenswerte nach Ihrem Tod erfolgen soll. Trotz Erbvertrag können Sie bis zu Ihrem Tod uneingeschränkt über Ihre Vermögen verfügen. Dennoch kann es in bestimmten Fällen günstiger sein, Vermögen bereits zu Lebzeiten zu übertragen z. B. zum Schutz des Vermögens vor Zerschlagung im Pflegefall. Um die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten, empfehle ich Ihnen, die für Sie wichtigen Themen mit einem Fachanwalt oder Notar zu besprechen.

Trauerverfügung

In der Trauerverfügung können Sie schriftlich festlegen, welche Art und Weise der Bestattung oder der Ruhestätte Sie wünschen. Diese Verfügungen sind verbindlich und müssen eingehalten werden.